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Es ist nicht alles Golf(d) was glänzt

„Vorfreude ist die schönste Freude“ sagt man ja so schön und nicht selten stimmt das auch, denn je höher die Erwartungen sind, desto enttäuschender ist manchmal das Resultat. Vielleicht ein Grund, wieso ich den Bericht zu unserem Vatertags-Trip in Qatar Airways First Class nach Bangkok so lange aufgeschoben haben. Da sich beide Flüge bis auf die Tageszeit sehr ähnelten und um es nicht unnötig aufzublähen, fasse ich die Erlebnisse der gesamten Reise hier zusammen.

Lounge

Am heimischen Hamad International Airport in Doha verfügt Qatar Airways mit der Al Safwa First Lounge sicher über einen der exklusivsten Warteräume weltweit, denn nur wer auch ein Qatar First Class Ticket hat wird hier eingelassen, selbst Platinum-Status-Seppel des eigenen Vielfliegerprogramms Privilege Club müssen leider draußen bleiben. Ramadan sei Dank, war die Al Safwa während unserer Reise so trocken wie die Wüste und nicht nur deshalb ein recht ernüchternder Ort. Selbst auf dem Hinflug, als die muslimische Fastenzeit erst nach Mitternacht begann, war bereits der gesamte Alkohol vor den Augen Allahs in Sicherheit gebracht worden. „Sorry, but we have different fruit juices!“ – oh geil und sogar aus dem Tetra Pak, ein Wasser bitte. Architektonisch mag die Lounge beeindruckend sein und vermutlich hätte Albert Speer hier sicher seine Freude gehabt, mich hat diese monumentale Verschwendung von Platz mit wenig Atmosphäre und sinnlos langen Wegen nicht so recht abgeholt.

In Bangkok durften wir vor unserem Rückflug den First Class Bereich der Thai Royal Orchid Lounge nutzen, da Qatar hier über keine eigene Lounge verfügte. Der Service war hier sehr zuvorkommend, der Platz jedoch recht beschränkt und daher zogen wir nach einem kleinen, aber feinen Frühstück noch auf ein paar Drinks in die nahegelegene Cathay Pacific Lounge weiter. Seit Anfang Februar 2018 steht mit der neuen Qatar Airways Lounge im Bereich D auch eine eigene Lounge am Flughafen Suvernabhumi für First und Business Class Passagiere zur Verfügung.

Qatar Airways First Class A380 DOH – BKK – DOH

Die First Class im Oberdeck Qatar Airways Airbus A380 besteht aus 8 Plätzen in zwei Reihen. Anders als bei Emirates oder Etihad gibt es bei Qatar keine geschlossenen Suiten, durch eine elektrische Trennwand gibt aber ausreichend Privatsphäre. Der Schrank in der Bildschirmrückwand bietet ordentlich Stauraum, seinen Carry-On kann man zudem in einem der Schränke neben den beiden Waschräumen unterbringen. Diese bieten super viel Platz, dazu ist das Design echt richtig schick, eine Dusche oder andere Spielereinen sucht man dagegen aber vergeblich. Die Kabine wirkt durch den anthrazitfarbenen Teppichboden, das viele Holzfurnier und den bordeauxroten Elemente ziemlich dunkel, versprüht so aber einen dezenteren und modernen Luxus, ohne die übertriebene Opulenz anderer arabischer Airlines. Das lilafarbene Ambi-Light, sowie die sandfarbene Konsole und Ottomane sind mir allerdings too much und wirken irgendwie cheezy. Der Sitz dagegen ist geil, ein richtig schöner fetter Sessel, in dem man sich fühlt als fliege man auf einem ultrabequemen Thron durch die Luft. Halt, man fliegt auf einem ultrabequemen Thron durch die Luft!Review Qatar Airways First Class Bangkok Airbus A380

Review Qatar Airways First Class Bangkok Airbus A380Neben den Standardeinstellungen kann man den Sitz über ein kleines Touch Panel in jede beliebige Position verstellen. Das Inflight-Entertainment bedient man über einen separate Fernbedienung, die Reaktionszeit war allerdings ähnlich schnell wie meine nach 2 Flaschen Krug und ein paar GnT. Für First Class Passagiere spendiert Qatar Airways außerdem einen Voucher für das ansonsten kostenpflichtige Wifi an Bord, leider war das auf beiden Flügen super langsam und so nahezu unbrauchbar. Das Amenity-Kit im Style eines Bric´s Koffers sieht nett aus, der Inhalt dagegen ist leider lame: eine billige Augenmaske, dazu die gleichen Pflegeprodukte wie in der Qatar Airways Business Class, vorbei die Zeiten der Armani-Täschchen mitsamt einem großen Parfum-Flakon. Auch einen Pyjama samt Slipper gab es nur auf dem Nachtflug, sehr schade wenn man wie wir die Nacht in Bankok durchgemacht hat und an Bord erstmal eine Runde pennen möchte…Review Qatar Airways First Class Bangkok Airbus A380

Review Qatar Airways First Class Bangkok Airbus A380Review Qatar Airways First Class Bangkok Airbus A380

Review Qatar Airways First Class Bangkok Airbus A380Die Flugzeit zwischen Doha und Bangkok beträgt nur rund 7 Stunden. Das ist nicht allzu viel Zeit, um Essen – Trinken – Bar – Schlafen – Trinken – Essen unter einen Hut zu bringen. Aber mit unserem schieren Willen, eiserner Disziplin und der Kraft des Traubensaftes der Häuser Krug und Billecart Salmon meistern wir auch diese Herausforderung. Auf beiden Flügen statteten wir somit auch der Onboard-Bar einen Besuch ab. Während wir auf dem Hinflug nach Bangkok die einzigen Gäste waren und gechillt in den Sonnenaufgang hineinsegelten, war auf dem Flug nach Doha richtig Rambazamba. Etwa zwei Dutzend Amis schossen sich hier richtig ab, wohlwissend dass es in der Lounge in Doha keinen Alkohol mehr geben würde. Da war richtig Party und ich möchte nicht wissen, was die Passagiere hinter dem Vorhang im kleinen Economy Class Compartment gedacht haben.Review Qatar Airways First Class Bangkok Airbus A380

Review Qatar Airways First Class Bangkok Airbus A380Auf dem Flug nach Bangkok verzichteten wir nach dem späten Abendessen in der Al Safwa Lounge, zunächst auf einen Snack an Bord. Von allerlei Alkohol beflügelt, machte sich nach dem Besuch an der Bar jedoch der kleine Hunger breit und so war es Zeit für ein kleines Buddy-Brekkie. Statt Müller-Yoghurt und Kaffee gab es eine ordentliche Portion Kaviar, dazu gaben wir uns mit noch mehr Schampus und etwas Belvedere-Vodka den Rest. Das eigentliche Frühstück war dagegen eher ein Flop und unterschied sich nicht von dem, was man z.B. auch in der Business Class vieler Airlines bekommt. Auf dem Rückflug war es zugegeben etwas besser, was vielleicht an der größeren Auswahl gelegen haben kann, allerdings riss man sich auch hier bei den übrigen Snacks kein Bein aus. Kulinarisch war das für eine First Class insgesamt zu einfallslos.
Review Qatar Airways First Class Bangkok Airbus A380

Vielleicht ist dir aufgefallen, dass ich bisher noch gar nichts zum Service geschrieben habe. Es gibt ja zahlreiche Berichte über die Arbeitsbedingungen der Flugbegleiter bei Qatar Airways, von perfektionistischem Drill, Überwachung und Auflagen zum Privatleben ist unter anderem zu lesen. Auf beiden Flügen bemühten sich die Crew um höfliche Pflichterfüllung, wirkten dabei aber auch eher wie Roboter ohne Charme oder persönliche Note. Nur wenige Flugbegleiter tauten durch ein wenig Small-Talk bzw. unseren Monkey etwas auf und man spürte, dass das die Freundlichkeit auch wirklich ernst gemeint war. Allerdings haperte es doch oftmals beim Ablauf oder der Koordinierung, so wurden selten mal proaktiv die Getränke nachgeschenkt, andere Sachen kamen viel zu spät oder gar nicht. Ich bin eigentlich kein penibler Erbsenzähler, denn Fehler sind menschlich und passieren, doch ist man eben deutlich geneigter Fehler zu verzeihen, wenn die Basis stimmt und man einen Zugang zueinander hat.

Unterm Strich

So richtig affengeil war es nicht, denn der vielleicht sogar beste Sitz oder die optisch schönste Bar reichen nicht, wenn es in einigen anderen Punkten mangelt. Qatar Airways bezeichnet sich gerne und oft als beste Airline der Welt, in der Business Class mag das durchaus stimmen, in der First Class wird man diesem Anspruch nicht gerecht. Es fehlte das besondere Aha-Erlebnis und das Quäntchen mehr, das den Flug zu etwas ganz besonderem macht und dazu gehört in First Class auch insbesondere der Service.

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