Hilton oder Marriott welches Programm bietet mehr?

Die Zusammenführung von SPG und Marriott Rewards hat für einige Diskussionen gesorgt, denn gerade auf der SPG-Seite profitieren längst nicht alle und so schauen sich vor allem jene SPG-Mitglieder mit weniger als 40 Aufenthalten im Jahr nach möglichen Alternativen um. Plötzlich scheint das Gras auf der anderen Seite so viel grüner und Hilton Honors so attraktiv wie niemals zuvor. Ich habe daher einmal beide Programme miteinander vergleichen und dabei die jeweiligen Stärken und auch Schwächen herausgearbeitet.

Elite Status

Am härtesten trifft das neue Marriott Programme sicher jene, die bisher ihren SPG-Platinum-Status mit nur 25 Aufenthalten im Kalenderjahr erreicht haben. Im neuen Programm zählen nur noch die gesammelten Nächte. 25 Nächte würden so zukünftig noch für den Gold-Status bei Marriott reichen, der aber kaum Vorteile bringt. Bei Hilton Honors erreicht man mit wahlweise 40 Nächten oder 20 Aufenthalten zwar ebenfalls Gold, profitiert jedoch von deutlich mehr Vorteilen.

Wer also pro Jahr zwischen 30 bis 40 Nächte oder Aufenthalte schafft, würde bei Hilton Honors mindestens den Gold-Status und mit etwas Geschick sogar den Top-Status Diamond erreichen, während im neuen Marriott Programm mit dem Gold-Level kein nennenswerter Status herausspringen würde.

Lifetime Status: Viel Kritik gibt es seitens der aktuellen Inhaber eines SPG Lifetime Platinum Status, die im neuen Programm mit dem Lifetime Platinum schlechter gestellt werden sollen, als aktuelle Liftime Platinums bei Marriott Rewards. Zukünftig gibt es im neuen Programm drei Lifetime Statuslevel Silver, Gold und Platinum. Für den Lifetime Platinum sind dann 600 Nächte insgesamt und mindestens 10 Jahre Platinum-Mitgliedschaft erforderlich. Wer bei Hilton von lebenslangen Diamond-Vorteilen profitieren möchte, muss neben 10 Jahren Diamond Status entweder 1.000 Nächte oder 2 Millionen Basispunkte aufweisen!

Vorteil: Hilton 

Status Vorteile

Natürlich zählt nicht nur, wie schnell oder einfach ein Status zu erreichen ist, sondern auch, was dieser für Vorteile bringt. Basis-Mitglieder erhalten in beiden Programmen kostenfreies Wifi, doch wie sie sieht es bezüglich Upgrades, Frühstück und Zugang zur Club-Lounge aus?Vergleich Hilton Honors und Marriott

• Frühstück: Mit dem Gold-Status erhält man bei Hilton (bis auf Hilton Vacations Club) in allen Hotels der Marke kostenfreies Frühstück für zwei Personen. Bei Marriott gibt es dieses beliebte Benefit erst für Platinum, zudem nicht in The Ritz-Carlton, Edition, Design Hotels, Gaylord Hotels, Marriott Vacation Club Marriott Executive Apartments und Bulgari Hotels.

• Lounge-Zugang: Bei Marriott gib es für Platinum und Platinum Premier garantierten Lounge-Zugang, bei Hilton lediglich für Diamond-Statusinhaber, außer man erhält als Gold ein Upgrade auf die Executive Etage.

Punktebonus: Bei Marriott gibt es für Silver 10%, Gold 25%, Platinum 50% und Platinum Premier 75% Punktebonus. Bei Hilton erhalten Silver 20%, Gold 80% und Diamond-Statusinhaber 100% mehr Punkte.

Beide Programme bieten die gleichen Vorteile für Top-Statusinhaber, Hilton punktet mit einer konsistenten Frühstücksregelung und in der Praxis guten Upgrades für Gold-Member. Beim neuen Marriott Programm bringt lediglich das Platinum-Level ernsthafte Vorteile,  zudem muss sich erst zeigen, ob man eher der Upgrade-Politik von SPG folgt oder es vom Willen des jeweiligen Hotels abhängt. Daher hier Tendenz zu Hilton Honors.

Vorteil: Hilton

Punkte sammeln

Bei der Punktevergabe für Basis-Member gleichen sich beide Programme, bis auf wenige Ausnahme erhält man sowohl bei Hilton Honors, als auch im neuen Marriott 10 Punkte pro ausgegebenem US-Dollar:

Hilton: 10 Punkte pro US-Dollar Umsatz in allen Marken außer Home2 Suites und Tru by Hilton (hier jeweils 5 Punkte pro US-Dollar)

Marriott: 10 Punkte pro US-Dollar Umsatz in allen Marken außer Residence Inn, TownePlace Suites und Element (hier jeweils 5 Punkte pro USD)

• Membership Rewards: Besitzer einer American Express können gesammelte Membership Rewards Punkte 1:1 in Hilton Honors Punkte tauschen. Für Marriott muss man aktuell noch den Umweg über SPG gehen, hier beträgt die Ratio zwar 3:1, da jedoch beim Transfer von SPG zu Marriott die Ratio 1:3 beträgt, wird so also ein Membership Rewards Punkt auch zu einem Marriott Punkt!

• Programmpartner: Für beide Programmen lassen sich zusätzliche Punkte auch bei Autovermietungen sammeln. Während man bei Hertz für Marriott Rewards, zwischen 500 bis 5.000 Punkte pro Anmietung erhält, gib es für Hilton Honors die gleiche Ratio beim Autoverleiher Enterprise.

Für Basis-Mitglieder sind die Möglichkeiten in beiden Programmen gleich, da Marriott Punkte aber einen besseren Wert bei der Einlösung erzielen können, liegt hier Marriot (zumindest aktuell) vorn.

Vorteil: Marriott

Vergleich Hilton Honors und Marriott

Punkte einlösen

Vergleicht man die Einlösbarkeit und damit auch den Wert der Punkte wird es ein wenig kompliziert. Zwar gibt es bereits die Einlöse-Tabelle für das neue Marriott Programm, die genaue Zuordnung der einzelnen Hotels und Kategorien ist aber noch nicht bekannt. Zudem wird ab 2019 zusätzlich zum Standardpreis noch ein günstigerer und ein teurer Tarif für Haupt- und Nebensaison eingefügt. Auch Hilton Honors macht eine Bewertung seiner Punkte nicht leicht, denn hier gibt es keine Award-Tabelle mehr, sondern der Preis muss für jedes Hotel individuell über die Hilton Honors Webseite ermittelt werden und richtet sich dann nach dem Tagespreis. Bis Ende 2018 profitieren Marriott Mitglieder jedoch von der vereinfachten Tabelle mit nur sieben Kategorien zum Standardpreis, was insbesondere einige besonders teure Hotels und Resorts zumindest für kurze Zeit günstiger buchbar machen sollte. Zumindest im Moment liegt deshalb der Vorteil hier bei Marriott. neue Marriott Award-Chart 2018/ 2019

In beiden Programmen haben Mitglieder zudem die Möglichkeit ihre gesammelten Punkte in Meilen diverser Vielfliegerprogramme zu tauschen. Während die Ratio im neuen Marriott Programm mit einem Tauschkurs von 3:1 zuzüglich 25% Bonus beim Transfer von jeweils 60.000 Punkten durchaus gut ist, kann man bei Hilton Honors aufgrund des schlechten Tauschverhältnisses von 1:10 nur davon abraten. Ein deutlicher Vorteil des neuen Marriott Programms.

Vorteil: Marriott

Kreditkarte

Hilton: Als einziges Hotelprogramm bietet Hilton Honors auch für deutsche Kunden eine eigene Kreditkarte an. Die Visa Card der DKB kostet 48 Euro pro Jahr und bringt direkt Hilton Honors Gold Status, so lange man die Karte besitzt. Zudem sammelt man mit jedem Umsatz Hilton Honors Punkte und erhält 10% Rabatt auf Speisen und Getränke in Hilton Hotels.

Marriott: Es gibt bisher leider keine Marriott-Kreditkarte, lediglich American Express ermöglicht es, gesammelte Membership Rewards Punkte (über SPG) in Marriott Punkte zu tauschen. Besitzer einer American Express Platinum erhalten zudem kostenfrei den SPG Gold-Status, der noch bis August 2018 durch Verlinkung der Profile Gold bei Marriott Rewards ergibt. Nach Zusammenführung der Programme soll es für Amex Platinum im neuen Marriott Programm dann den neuen Gold-Status geben, der leider ähnlich sinnlos wie ein Gold-Status bei SPG ist.

Vorteil: Hilton

Unterm Strich

Also sollten alle nun zu Hilton wechseln? Nope. Aber es gibt eben ein paar Details, die auf jeden Fall für Hilton Honors sprechen: die Statusqualifikation über Nächte oder Aufenthalte ist einfacher als  im neuen Marriott Programm. Der Gold-Status bringt bereits Frühstück bei jeder Hilton-Marke, dazu ist die Upgrade-Politik Gold deutlich großzügiger und nicht zuletzt natürlich die Kreditkarte, sicherlich der schnellste und günstigste Weg zum Hilton-Status. Das Marriott Programm bietet dagegen bessere Möglichkeiten die gesammelten Punkte einzusetzen, auch wenn sich dies im nächsten Jahr ändern kann, profitieren Mitglieder weiterhin von den vielen Airline-Partnern. Vielschläfer sind beiden Programmen gut aufgehoben und am Ende bleibt es auch immer eine Frage der persönlichen Präferenzen und des Geschmacks, welche Marke besser zu einem passt. Daher kann und will ich hier auch kein Programm als das absolute Non-Plus-Ultra anpreisen, aber hoffe, dass es dir dennoch bei deiner Entscheidungsfindung weiterhilft.

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